Über 2.000 Seemeilen, eindrucksvolle Landschaften und viele Begegnungen: Mit ihrer "Bellafix" starteten Jürgen und Gundi im Sommer 2025 in Schilksee zu einer Reise, die sie über Dänemark und Norwegen bis zu den Shetlandinseln und schließlich zurück nach Kiel führte.
Zum Ende der Sommerferien 2024 beschlossen wir, die verbleibenden Ferientage für eine Fahrt in die Schlei zu nutzen. Wir wollten schon immer mal die gesamte Länge dieses schönen Meeresarms bis Schleswig in den Stadthafen mit dem Boot zurücklegen…
Nach Norden oder Osten war auch dieses Jahr wieder die Frage. Der Wetterbericht zu Beginn des Urlaubs begründete unsere „Last Minute“-Entscheidung Kurs Nord mit dem Ziel Norwegen zu gehen. Alle Vorbereitungen und Planungen dazu waren abrufbereit.
Durch den Großen Belt starteten wir in die Nacht hinein. Aufregend fanden wir die windige nächtliche Passage bei Samsø, östlich von Langør durch das recht schmale unbefeuerte Fahrwasser. Mit Plotter war es faszinierend, wenn auf Ansage in 100m Entfernung die Reflektoren der Tonnen im Scheinwerferlicht aufblitzen.
Zwei Wochen Ferien im August – ob wir es mit dem Vereins-Folkeboot Lotte einmal rund um Fünen schaffen? Wenn das Wetter mitspielt, sollte es doch möglich sein! Ja, wenn…
Zum Start zeigte sich die Ostsee von ihrer schroffen Seite. Gleich hinter Bülk wurden wir kräftig durchgeschaukelt, der Nebel nahm eher zu, und laut Vorhersage war ein Gewitter zu erwarten. Die „La Paloma“ sauste an uns vorbei, Rainer und Roswitha hatten sich wohl längst für Maasholm entschieden. Wir hielten noch ein wenig durch, prüften Position, Magenstabilität, Geschwindigkeit, Wetterradar – und verwarfen unseren Plan, gleich am ersten Tag nach Dänemark überzusetzen. Dank GPS fanden wir unseren Weg nach Schleimünde und rauschten raumschots am Leuchtturm vorbei. Das Gewitter zog dann zwar doch in der Ferne vorbei, aber Maasholm war zum Start doch die bessere Wahl.
Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen kaum: Schönstes Sommerwetter und glattes Wasser. Eine Schweinswal-Eskorte begleitete uns auf unserem Weg die Schlei hinaus. Warum denn nicht gleich so?! Wir fuhren entspannt nach Søby, um wieder einmal beim wohl nettesten Hafenmeister der dänischen Südsee festzumachen. Ach, nett waren sie alle – und wer mit einem Folke kommt, ist in Dänemark ohnehin immer und überall willkommen.
Das warme Wetter hielt sich, und so stand der nächste Zwischenstopp unweigerlich fest: Eisessen auf Skarø. Damit es nicht zu viel der Kalorien wurden und unser Plan, Fünen zu umrunden nicht dahinschmolz, verabschiedeten wir uns allerdings noch nachmittags von unserer Lieblingsinsel und machten uns mit Wind und Strömung von achtern auf den Weg durch den Svendborgsund. Abends konnten wir vor Anker bei Thurø erst eine Regatta und dann eindrucksvolles Meeresleuchten beobachten. Achtung, Lotte-Nutzer:innen: Wir hatten unseren eigenen Anker dabei. Der Lotte-Anker ist für Regatten gedacht und wird keine Nacht lang halten...